Redebedarf nach einer langen Corona-Zeit

Seitdem die Schule nach den Osterferien wieder in Teilen vor Ort stattfand, nahmen wir in der Schule einen großen Redebedarf der SuS wahr. Viele von ihnen waren erst in der Lage, sich dem Schulstoff zu widmen, nachdem sie sich über ein paar persönliche Themen und natürlich Corona “entleert” hatten. Allgemein war sowohl eine Freude über das Wiedersehen als auch eine noch zu platzierende Frustration wahrnehmbar, für die wir mit unserem Outdoor-“RAThaus” Raum schaffen wollten. Das Rathaus der AKS steht eigentlich allen SuS während der Pausen offen und lädt zum Reden mit anderen SuS und uns Sozialarbeitern ein. Aufgrund der Coronabestimmungen konnten wir das Angebot in unseren Räumen jedoch nicht stattfinden lassen, weshalb das “Outdoor-RatHaus” initiiert wurde (siehe auch Foto). Sowohl das Outdoor-RatHaus als auch unsere Sprechstunden wurden ab Mai, als dann alle SuS wieder an der Schule waren, mehr genutzt als üblich. Es wurde offenbar, dass viele SuS während der Isolation des Lockdowns gelitten hatten und nun das Gespräch und Hilfe suchten.

Umso erfreulicher war es, als wir im Juni die Stellwände von “irrsinnig menschlich e.V.” zum Thema psychische Gesundheit über den Ausschuss für Soziales Lernen und Prävention (ASLP) als Leihgabe über den Verein Perspektiven e.V. erhielten. Sie erreichten uns an einem Tag in strömendem Regen und wurden deshalb erst einmal im Eingangsbereich der AKS aufgestellt. Dort konnten sie während der Regenpause direkt von den SuS in Augenschein genommen werden. Die Stellwände kamen richtig gut an und sie fungierten, wie erhofft, als Türöffner, um mit den SuS in Kontakt zu kommen. Sie lasen sich die kurzen, auf den Punkt gebrachten Texte durch und kamen direkt im Anschluss oder auch an einem anderen Tag, um mit uns darüber zu sprechen. Wir hatten den Eindruck, dass besonders die Stellwände zu den Themen “Mobbing”, “Depressionen” und “Selbstverletzendes Verhalten” für die SuS von Interesse waren.

Die Mobbing Stellwand wurde darüber hinaus in den Unterricht einer 7. Klasse mitgenommen, in der 1 x in der Woche ein Starterprojekt stattfindet.  In die Woche danach wurde das Thema noch einmal vertieft besprochen.

Nach fünf Tagen waren die beiden letzten Stellwände von insgesamt zehn, die wir erhalten hatten, an der Reihe. Für die verbleibende Zeit bauten wir sie in unterschiedlichen geometrischen Anordnungen innen und auf dem Schulhof  auf, um für Abwechslung zu sorgen und neue Anreize zu bieten.

Wir stellen fest, dass es aktuell, und wohl insbesondere auch nach den langen Sommerferien, wichtiger denn je ist, für Kinder/ Jugendliche eine Anlaufstelle wie unser Rathaus zu haben, da der psychische Druck durch Corona merklich zugenommen hat. Zudem hoffen wir, bald ein paar Stellwände unser Eigen nennen zu dürfen, damit wir weiterhin mit den SuS über psychische Krankheiten im Gespräch bleiben können. Für die damit verbundenen Kosten (10 Stellwände á 245 EUR) sind wir auf Spenden angewiesen. Perspektiven e.V. hält neben den Stellwänden auch noch ein Präventionsprogramm bereit. Unter dem Namen „Verrückt? Na und!“ können z.B. Schulprojekt-Tage zum Thema psychische Gesundheit stattfinden, in welchen mit den SuS über den Umgang mit psychischen Krisen gesprochen wird und Mut gemacht wird, zu helfen oder auch sich selbst Hilfe zu suchen, die an der AKS jedoch noch nicht umgesetzt wurden.

Wir würden uns freuen, wenn Menschen sich angesprochen fühlen, uns bei diesem wichtigen Projekt zu unterstützen. Dies ist möglich beim:

FÖRDERFORUM ALTKÖNIGSCHULE e.V.
https://aks-foerderforum.de,   IBAN DE 62 5019 0000 0000 6516 30
Zweck: Stellwände für RatHaus Outdoor und Projekte für Schüler:innen zur Bewältigung der Corona-Krise

Katia Montserrat, Jakob Friedrichs, Mickey Wiese für das RatHaus

Laurin Strößenreuther, Linda Wiegand-Haas und Lucie Hohmann für den Ausschuss für Soziales Lernen und Prävention (ASLP)

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